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Herstellungsleitertagung

Programm

Donnerstag, 10. Mai

09:00–09:30
Begrüßung, Wahlankündigung
09:30–10:45
Komplexithoden: Vom Unterschied zwischen dem Blauen und dem Roten. Und davon, was das für arbeitsteilige Organisation, Strukturen, Führung und Change in Herstellung & Verlagen bedeutet
Niels Pfläging, Management-Exorzist, Wiesbaden
Zur Lösung komplexer Fragestellungen braucht es „Komplexithoden“ – also Organisationswerkzeuge, die so lebendig sind wie heutige Märkte und heutige Arbeit. Bei dieser Kategorie von Werkzeugen geht es darum, robuste Organisationen für turbulente Zeiten zu schaffen bzw. zu erhalten. Dafür jedoch lohnt es sich, erst einmal den Unterschied zwischen dem Blauen und dem Roten zu kennen. Niels Pfläging stellt clevere, in unsere Zeit passende Vorgehensweisen für die Entwicklung von Unternehmen unter realen Bedingungen vor – jenseits von Gebrauchsanweisungen und Checklisten. Die Financial Times Deutschland schrieb über ihn: „Wenn Pfläging die Dogmen des Managements durchschüttelt, zerbröseln sie in seinen Händen“.
PAUSE
11:00–11:45
Automatisierung von Verlagsangeboten: Wie Textanalyse, automatische Textgenerierung und Chatbots Verlage verändern
Alexander Siebert, Retresco GmbH, Berlin
Die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz verändern zunehmend auch die Produktion und Distribution von Medienangeboten in Verlagen. Für die Häuser wird es zunehmend essentiell, die Potenziale zu verstehen und richtig einzusetzen. Zwischen semantischer Analyse von Büchern, automatisierter Wettbewerbsüberwachung auf Amazon und dem personalisierten Chatbot für jeden Leser liegen sehr unterschiedliche technologische Evolutionsstufen. Der Vortrag führt in den aktuellen Stand der Technologien ein und gibt anhand von Praxisbeispielen einen Überblick über die Möglichkeiten von Automatisierung in Verlagen.
11:45–12:30
Wo Künstliche Intelligenz (KI) im Medienbereich ansetzen kann und warum sich Buchmenschen für KI interessieren sollten
Prof. Dr. Christoph Bläsi, Johannes Gutenberg Universität, Mainz
Dass der Entstehungsprozess von Büchern und Zeitschriften überwiegend aus digitalen oder digital unterstützten Schritten besteht und auch das Ausgabeformat an die Leser immer öfter digital ist, entspricht täglich praktizierter Normalität. Seit einiger Zeit hat man aber den Eindruck, als träten wir mit digitalen Assistenten auf Kundenseite, aber auch z.B. der „intelligenten“ Suche nach Bildern in Bilddatenbanken, Marketing-Chatbots und der automatisierten Texterstellung in ein nächstes Stadium ein. Der Vortrag versucht, die Entwicklungen von Alexa & Co. bis zu so genannten Robotertexten einzuordnen und auch anhand wesentlicher Aspekte der Funktionsweise solcher KI-Anwendungen zu erläutern. Außerdem diskutiert Prof. Bläsi, was die Automatisierung von Kernprozessen der Verlagswirtschaft für das Selbstverständnis der Branche und der in ihr Wirkenden bedeutet und mit welchen Leistungen Verlage im Geschäft bleiben bzw. wie die neuen Möglichkeiten produktiv genutzt werden können.
MITTAGESSEN
14:00–14:45
Mehr als Ästhetisierung – Design auf der Suche nach Inhalten
Prof. Markus Frenzl, Hochschule München, Fakultät für Design
Als Reaktion auf Globalisierung und Digitalisierung erlebt das Design eine Rückbesinnung auf soziale Verantwortung, die Werte des Gegenständlichen oder die Begeisterung für Print. Gleichzeitig verflachen Designberichterstattung und unternehmerisches Designengagement und fokussieren einseitig auf Stardesigner, Designpreise und ökonomische Aspekte. Doch ist nur kommerziell erfolgreiches Design gutes Design? Welche Formen der Designkritik brauchen wir? Und welche Designkompetenzen sollten Unternehmen entwickeln?
15:00–15:45
Standardisierung in der Verlagswelt – ein Follow-up
Michaela Philipzen, Ullstein Buchverlage, Hamburg
Das Echo auf das letztjährige Kamingespräch mit Dr. Alexander Markowetz „Die Geschichte des 21. Jahrhunderts. Über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Verlagsbranche“ war riesig. Auch auf den darauf folgenden Standardisierungsappell gab es zahlreiche und positive Reaktionen. Michaela Philipzen wirft einen Blick auf die bisherige Entwicklung und den aktuellen Stand der Diskussion und Aktivitäten.
15:45–16:30
Fehler passieren… Ein Sachverständiger berichtet aus der Praxis.
Michael Kirmeier, Sachverständiger für die Druck- und Papierindustrie, München
Zu welchem Anteil sind Mensch, Maschine, Material oder sonstige Vorkommnisse an Fehlern in der Druckproduktion beteiligt? Die Ursachen von Fehlern werden anhand von anschaulichen Beispielen aus Gutachten für Gerichte und aus Privataufträgen dokumentiert. Das Ziel des Vortrages sollte sein, dass man aus den Fehlern, die andere gemacht haben, lernt und eventuell für den eigenen Arbeitsalltag Denkanstöße erhält, was in der Auftragsplanung, in der Kommunikation mit Kunden oder in der Reklamations-bearbeitung verbessert werden kann.
16:45–17:30
Topps und Flopps
Alexandra Stender, Suhrkamp Verlag, Berlin
Wir blicken wieder auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen zurück. Kuriose oder fürchterliche Pannen haben sich ereignet. Andernorts wurden aber auch grandiose, neue Dinge gewagt. Im vertrauten Kreis gewähren wir uns gegenseitig Einblick in erlebtes Glück und erlittenes Leid. Packen Sie Ihre Produktionsbeispiele ein und senden Sie bitte vorab die Fragen und Beispiele an Alexandra Stender: stender@suhrkamp.de
20:30–22:00
KULTUR: FUTSCHIKATO – Kabarett. Musik. Selbstverteidigung.
Tina Häusserman, Stuttgart
Lustvoll sucht die Klavierkabarettistin gemeinsam mit ihren 88 schwarz-weißen Untertanen nach den Sandkörnern im Getriebe des Alltags und sorgt dafür, dass die Rädchen für einen kurzen Augenblick still stehen. Mit einer gehörigen Portion Wurschtigkeit betreibt Tina Häussermann Synapsenpflege. Bierernst und saukomisch. Ein Abend der Extraklasse.

Freitag, 11. Mai

09:30–09:50
Vorstellung der Workshop-Referenten
10:00–16:30
Workshop 1: Brainpower – Die Kraft der ungenutzen Potentiale
Stefan Skirl, Institut für angewandte Kreativität, Köln
Vor knapp zwei Dekaden haben sich die Kognitionswissenschaft und die Neurobiologie zusammengetan und mit neuen Technologien (Scanner) gewaltige Fortschritte erzielt. Das Wissen um die Gesetzmäßigkeiten unseres Denkens, unseres Verhaltens, unserer Handlungen, die Bedeutung unserer Emotionen ist explodiert. Es sind noch jede Menge Spielräume vorhanden. Die Entfaltung dieser Ressourcen ist das Ziel des Brainpower-Workshops. Wir haben unser Gehirn nicht versehentlich bekommen. Nutzen wir die Erkenntnisse und fangen wir an, die Welt und uns in neuen Kontexten wahrzunehmen und weiter zu entwickeln – auf dem Wege zur Excellence.
Workshop 2: Qualität durch Farbsicherheit – Grundlagen und neue Normen
Jutta Bock, Coaching und Color Management, Mühlheim an der Ruhr
Color Management hat viele Facetten. Farbdaten sollen sicher von der Ein- zur Ausgabe transportiert werden. ISO-Normen bilden die Grundlage für den Umgang mit Proofs, Monitoren, konventionellen und Digitaldruckverfahren und Bedruckstoffen. In den letzten Jahren wurden die Druckstandards grundlegend überarbeitet und ergänzt. Die Frage: Was muss aktuell beachtet werden?
Workshop 3: Führungskompetenz durch achtsame Selbstwahrnehmung und Selbstführung – Eine Anleitung für die Praxis
Torsten Schrör, Coaching. Strategie. Change, Bamberg
Dynamische Zeiten mit hoher Veränderungsgeschwindigkeit, Unsicherheit und Komplexität fordern Führungskräfte heraus, Impulsgeber und Vorbild für kontinuierliche Veränderungen und eine hohe Teamflexibilität zu sein. Der Workshop vermittelt achtsame Selbstwahrnehmung und bewusste Selbstführung als Kernkompetenzen für die Führungsarbeit der Zukunft und ermöglicht Führungshandeln mit maximaler Ausschöpfung der eigenen Potenziale bei gleichzeitiger Wahrung eines gesunden inneren Gleichgewichts.
Workshop 4: Lettering – Trend und Tradition
Chris Campe, All Things Letters, Hamburg
Auf Buchumschlägen, Werbemitteln und Verpackungen – Handlettering ist beliebt, denn in der digitalisierten Welt vermittelt handgezeichnete Schrift Authentizität und Persönlichkeit. Doch gerade in der Buchwelt hat Lettering Tradition. Anhand von historischen und heutigen Beispielen erörtern wir, was Lettering ausmacht. Anschließend vertiefen wir unser Verständnis, indem wir selbst Schreibwerkzeuge in die Hand nehmen und ausdrucksvolle Schrift praktisch erfahren.
Workshop 5: Mit Stimme zum Erfolg
Nicola Tiggeler, Stimme und Sprechen, München
Kennen Sie die Situationen, in denen Sie sich perfekt auf ein Meeting oder eine Präsentation vorbereitet haben und Ihnen plötzlich die Stimme versagt? Viele Menschen empfinden eine Diskrepanz zwischen ihrer Kompetenz und ihrem Kommunikationspotenzial. Je mehr Ihre Persönlichkeit durch Ihre Stimme hör- und spürbar wird, desto authentischer und überzeugender wirken Sie. Sie lernen viele praxisbezogene Übungen, die Sie eigenständig fortführen und gut in Ihren Alltag integrieren können.
17:00–18:00
Schön, schöner, am Schönsten
Katharina Hesse, Stiftung Buchkunst, Frankfurt
Die frischgekürten „Schönsten deutschen Bücher 2018“ im Gepäck, berichtet Katharina Hesse (Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst) über den diesjährigen Wettbewerb, neue Buchgestaltungstrends, Dauerbrenner, Schwierigkeiten und viel Schönes bei den Einsendungen. Darüber hinaus gibt sie einen Ausblick auf weitere Aktivitäten der Stiftung in 2018.
20:30–21:30
Kamingespräch: The UK book market – the good, the bad and the ugly…
Tanya Dunbar, CPI, UK
We have seen a number of changes in the UK market since 2008. Printed book volumes have reduced year on year due to the growth of ebooks also through better management of inventory by publishers. However, positively, over the last two years we have seen volumes stabilise and 2017 was the first year that we have seen a slight growth. There are a number of stark differences between the UK and German markets. Different formats, papers, cover/jacket finishes, service agreements, customer relationships, retail outlets and discounting and also a perception of the quality of the finished product. Let us discuss similarities and differences. We may even get the opportunity to speculate on how Brexit will affect our market in the UK!

Samstag, 12. Mai

09:00–10:15
Mitgliederversammlung, Wahl
10:30–11:30
SpiegelMining – Was DataScience ist
David Kriesel, Bonn
Seit Mitte 2014 hat David Kriesel um die 100.000 Artikel von SpiegelOnline, dem vielleicht größten Meinungsmacher im deutschsprachigen Raum, heruntergeladen. Diesen riesigen Datensatz wird er mit Ihnen auseinandernehmen. Kriesel liefert lustige, unterhaltsame, überraschende und beängstigende Einsichten. Das macht er so bunt, dass auch Nicht-Informatiker verstehen werden, was dieses BigData eigentlich ist und wie es funktioniert.
11:30–12:15
Motivation – Eine Aufgabe oder Mythos?
Anne-Elisabeth Kimmle, Psychologin, Frankfurt
Vielleicht fragen Sie sich das auch. Der Management-Autor Reinhard K. Sprenger schrieb ein ganzes Buch zum „Mythos Motivation“. Lee Iacocca (ehem. Chrysler-Chef) meinte: „Die einzige Möglichkeit, Menschen zu motivieren, ist die Kommunikation.“ Ist Motivation somit also eine Führungsmethode, nämlich gute Kommunikation? Oder liegt sie in der Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter und ist nur intrinsisch möglich? Darüber soll diskutiert werden. Sammeln Sie dabei Anregungen zur eigenen Überprüfung und für den Transfer in den Alltag.
MITTAGESSEN
13:30–14:15
do you read me?! oder das Glück der Nische
Mark Kiessling, Do you read me?!, Berlin
Anxy, Offscreen, Kinfolk, Mono.Kultur, Apartamento, Odiseo, Dummy, McGuffin, Candy, Granta, Drift, Weekender, 032c, Riposte, Benji Knewman, The Plant, Yuca, Luncheon …? Nie gehört? Überall auf der Welt erscheinen unabhängige Publikationen, die eine stetig wachsende und treue Zielgruppe auf Wegen erreichen, die den „Großen“ oft verschlossen bleiben. Ein kleiner Einblick in den Alltag als „Fachbuchhandlung“ für Magazinliebhaber und Neugierige aus aller Welt.
14:30–15:15
Forderungsmanagement – Was tun bei Insolvenz?
Alexander Einfinger, Rechtsanwalt/Dozent, Berlin
Das Vollstreckungs- und das Insolvenzrecht sind zwei sich ergänzende Rechtssysteme in Deutschland. Deren Abläufe gilt es zu kennen, um die eigene Position gegenüber Kunden und Lieferanten in Bezug auf offene Forderungen sachgerecht einschätzen zu können. Im Vortrag werden dazu Hinweise gegeben, wie sich Einkäufer und Verkäufer im Verlauf eines Auftrages – vor allem in der Situationen des Zahlungs- und Lieferverzuges – verhalten sollten, damit ihre eigenen Ziele weitestgehend abgesichert sind.
15:15–16:00
Infografik. Unbequeme Wahrheiten
Ole Häntzschel, Informationsdesign, Berlin
Wie viele Coffee-to-go-Becher werden täglich in Deutschland weggeworfen? Und wieviel Prozent Sprit verbrauchen Autos in der Realität mehr als vom Hersteller angegeben? Von der zündenden Idee ist es ein längerer Weg über die Skizze bis zur Umsetzung einer Infografik. Aus komplexen Daten Informationen zu vermitteln, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu erklären und ästhetisch anspruchsvolle Karten und Infografiken zu gestalten, darüber berichtet Ole Häntzschel in seinem Vortrag.